Aller Anfang ist...

Durchhalten. Schritt für Schritt. Weitergehen, auch wenn jeder Muskel schreit, auch wenn der Weg endlos erscheint. Diese Reise war eine Prüfung meiner Ausdauer, meines Willens – und eine Lektion über Hilfe, die uns manchmal unerwartet begegnet.

 

Die Straßen Norwegens stellten mich auf die Probe. Anstiege mit über 20 % Steigung, so steil, dass Fahren unmöglich war. Mein einziges Mittel war das Schieben. Doch selbst das wurde zur Herausforderung.

 

Meine Strategie? Fünf bis zehn Schritte, dann eine kurze Pause, nach Luft schnappen, die Beine kurz entlasten – und wieder fünf bis zehn Schritte. Zentimeter für Zentimeter kämpfte ich mich vorwärts. Der Gipfel blieb verborgen hinter Kurven, die mich verhöhnten, während mein Körper nach Ruhe schrie.

 

Doch dann – endlich oben. Mein Körper zitterte vor Anstrengung, doch meine Brust füllte sich mit Stolz. Der Blick in die Weite belohnte mich. Ich hatte es geschafft. Schritt für Schritt.

 

Dann kam der Anstieg, den ich nicht mehr allein bewältigen konnte. Die Steigung war so brutal, dass es unmöglich war, 100 Kilogramm Fahrradgewicht allein hinaufzuschieben. Ich stand da, unfähig, weiterzugehen. In diesem Moment erschien eine Wanderin, wie aus dem Nichts. Ein leises Zögern, dann bat ich sie um Hilfe. Wortlos griff sie mit zu, und gemeinsam schoben wir das Rad den Hang hinauf.

Später, ein weiterer Anstieg. 

Noch einmal die letzten Kraftreserven mobilisieren. Im Schneckentempo, mit winzigen Schritten – eher ein Trippeln als ein Gehen – kämpfte ich mich hinauf. Mein Körper schrie nach einer Pause, doch ich zwang mich weiter. Ich sah nach oben. Eine Gruppe älterer Damen saß dort, in sicherer Entfernung. Sie hatten mich kommen sehen, aber keine Anstalten gemacht, mir zu helfen. Kein aufmunternder Blick, keine Geste. Nur ihre gesenkten Blicke, die sich auf ihre eigenen Gespräche konzentrierten.

 

Oben angekommen fühlte ich, wie mein Kreislauf absackte. Ein Moment der Leere, das Gefühl, jeden Moment ohnmächtig zu werden. Ich schwankte, suchte Halt, musste mich setzen. Die Damen hatten mich beobachtet, nun aber wandten sie sich verlegen ab. Es war ihnen unangenehm, als hätte meine Erschöpfung eine unsichtbare Grenze überschritten, die sie nicht berühren wollten. Ich fragte, ob ich mich dazusetzen dürfe. Sie nickten zögerlich, als könnten sie ihr vorheriges Verhalten nicht ungeschehen machen.

 

Manchmal müssen wir fragen. 

Manchmal müssen wir es allein tun. 

Aber immer führt uns der Weg weiter – 

Schritt für Schritt.

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